Eine kurze Geschichte der Wanderschaft und wundersamen Wandlungen.
Woher kommen Sie?
Woher stammen Sie (ursprünglich)?
Wo liegen Ihre Wurzeln?
Es sind diese oder ähnlich geartete Fragen nach unserer Herkunft, die uns bisweilen in Verlegenheit bringen. Möglicherweise liegt es uns fern, uns eindeutig verorten zu wollen. Wir wollen es schlicht und einfach nicht oder aber, was unsere Verlegenheit erklären könnte, wir sind schlichtweg nicht in der Lage dazu, da uns das nötige Wissen über unsere Herkunft fehlt. Die Frage nach der Herkunft des Menschen, nach seiner geographischen, kulturellen und/oder ethnischen Abkunft korreliert unweigerlich mit der Frage nach seiner Identität. Eine gesicherte Herkunft suggeriert eine unverwechselbare Zugehörigkeit und nicht wenige Menschen sind in den gegenwärtigen Zeiten geneigt, unbedingt dazugehören zu wollen. Der weltweit erstarkende Nationalismus greift ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit auf. Er befriedigt es, indem er ihnen Sicherheit, Halt und Orientierung verspricht. Er bedient und schürt bestehende Ressentiments, indem er dem Eigenen das Fremde gegenüberstellt. Das Eigene wird vom Fremden abgegrenzt, das ausgegrenzt werden muss, um dem Eigenen überhaupt eine Form, eine Gestalt, ein Profil verleihen zu können. Der Nationalismus, der sich der Frage nach der Identität des Menschen in einem, wie es aussieht, Jahrhundert der Unsicherheiten verschrieben hat, ist eine gewaltaffine Aus-und-Eingrenzungsmaschinerie.
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