Noch war er ja ein Kind. So dachte er auch über sich selbst. Nein, er wolle gar kein Plakat von Conny und Peter, er war ja erst zehn und noch nicht dreizehn. Er wollte auch kein Eis essen und brav bleiben, solange es ging.
Dies sollte sich nach wenigen Jahren ändern. Für ihn waren das aber nicht wenige Jahre. Mit zwölf begann er wieder, mit der elektrischen Märklin-Bahn, die er im Alter von fünf Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte, zu spielen und auch den Matador-Baukasten packte er wieder aus. Mit dreizehn begann er, die Hitparade zu hören, eines der ersten Lieder war „Yellow Submarine“ von den Beatles, was aber auch nicht ganz anständig war. Aber es gab viel ärgere Musik, diese würde er sich nie anhören, nahm er sich vor, etwa Jimi Hendrix Experience. Doch zwei Jahre später gewann er ausgerechnet bei der unschuldigen Schülerzeitung Optimum eine Eintrittskarte für ein Konzert von gerade dieser Formation. Nach dem Konzert versuchte er sich innerlich reinzuwaschen, obwohl es ihm noch in den Ohren dröhnte, und er wollte wieder in seine Kindheit zurückkehren.
Mit der Peinlichkeit ging es allerdings weiter. In seiner Kindheit war ihm die Schönheit des Menschen peinlich. Ein Mensch war doch nicht schön. Tiere gefielen ihm viel besser. Darum las er in den Micky-Maus-Heften nur selten die Geschichten von Klein-Adlerauge. Denn da kamen Menschen vor. Wenn er mitunter gefragt wurde, ob er ein Eis essen wolle, schämte er sich und sagte, er wolle gar kein Eis.
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