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Heft 43

Erschienen in Heft 43, über musik
Ressort: Feuilleton

Als Musik noch Bedeutung hatte

Bernhard Horwatitsch

Drei kurz geschnittene Texte über Musik und Literatur.

1. Als Musik noch Bedeutung hatte
Charlie war gerade 17 Jahre alt und schon seit zwei Jahren abhängig vom Heroin, als er zu dem vier Jahre älteren Jay McShann und seiner Band stieß. Sie hatten einen Auftritt in Harlem, im Savoy Ballroom. Da kam Dizzy durch die Tür. Dizzy war so alt wie Jay und fragte einfach, ob er mitspielen könne. So kam es zur ersten gemeinsamen Aufnahme der Bebop-Dioskuren Charlie und Dizzy. Sechs Jahre später spielten sie gemeinsam in der New York Towns Hall. Unter anderem mit einem genialen Solo von Sid Catlett, der das Schlagzeug zum Werkzeug scholastischer Logik erhöhte, zu einem Parsimonium der Noten.

Der Bop war nun voll da und hatte den Swing in die Ecke gedrängt. Während in England das Dixie-Revival tobte und für Umsätze sorgte, bliesen, klopften und hüpften Charlies und Dizzys verminderte Quinten durch die Luft. Unvergessen ist Salt Peanuts und die  Vokalstimme von Dizzy. Denn das Wortpaar ist die perfekte Wiedergabe der verminderten Quinte und eine herrlich witzige und ironische Untermalung. Das ist jetzt auch schon 80 Jahre her. Jazz ist inzwischen eher Musik für alte Leute. Als der Bebop aufkam, waren viele Menschen entsetzt darüber. Man bewarf Charlie mit Schmutz und Spott.

 

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